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Der 60.Jahrestag der Gründung der Nationalen Volksarmee Das Wirken sozialistischer Streitkräfte zur Sicherung und Erhaltung des Friedens in Europa.
    
Oberst Günter Gnauck. ehem. Chef der Politischen Verwaltung des MB III        
  Zunächst ein kurzer Rückblick auf politische Situation Anfang der fünfziger Jahre in Europa. Es war die Zeit des Beginns und des weiteren  anheizen des kalten Krieges und des forcieren der Wiederaufrüstung durch die Westmächte. Auf Druck besonders der USA wurden die  Initiativen der sozialischen Staaten und die erste Konferenz europäischer Länder zur Gewährleistung des Friedens und der Sicherheit in  Europa 1954 durch die Westmächte torpediert. Unter der Behauptung und dem Vorwand durch die Initativen der UdSSR und die Bildung  sozialistischer Staaten bestehe eine massive Bedrohung für die westliche Demokratie, wurden durch die Westmächte der  Alleinvertretungsanspruch der BRD gegenüber Nachkriegsdeutschland in allen Bereichen unterstützt und der Beitritt der BRD in die NATO  mit der Ratifizierung der Pariser - Verträge am 9.Mai 1955 vollzogen. Die Schaffung der Bundeswehr wurd vorbereitet und am  
12.November 1955 beschlossen.Das war kurz umrissen die militär- politische Lage.Mit der NATO und die Einbeziehung der BRD entstand ein gefährliches Bedrohungspotential  an der Nahtstelle zwischen Imperialismus und Sozialismus für die sozialistischen Staaten, besonders für die DDR. Am 18.Januar 1956 beschloss die Volkskammer der DDR als  Reaktion auf die Aufstellung der Bundeswehr und den Beitritt der BRD in die NATO das Gesetz über die Schaffung der Nationalen Volksarmee und des Ministerium für Nationale  Verteidigung. Das schloss den Aufbau von Land-, Luft und Seestreitkräfte mit ein. Gleichzeitig wird der Beschluss über die Einführung der Uniform für die NVA gefaßt. Der 1.  März ist der offizelle Gründungstag der Nationalen Volksarmee und wird ab 1957 als "Tag der NVA" begangen. Erster Minister für Nationale Verteidigung der DDR war  Generaloberst W. Stoph.Der erste Verband der NVA die 1. mechanisierte Division Potsdam (1.MSD) wurde am 30.April 1956 mit der Übergabe  der Truppenfahne durch den  Verteidigungsminister aufgestellt. Es folgten die Aufstellung weiterer Verbände, gesamt 4 MSD und 2 PD sowie TT/E, die direkt den beiden Militärbezirken Leipzig und  Neubrandenburg unterstanden. Nachdem 7.Oktober 1956 (Gründungstag der DDR 1949) nahmen das Verteidigungsministerium, die Stäbe der Luftstreikräfte, der  Luftverteidigung und der Seestreitkräfte sowie der beiden Militärbezirke ihre Tätigkeit auf. Das Kommando der Landstreitkräfte wurde später auf Befehl des Ministers am  01.10.1972 geschaffen. Am 22.Oktober 1956 wurde die Aufstellung der 11.MSD aus dem Bestand der KVP - Bereitschaft Halle abgeschlossen und auf einem Appell wurde im  Auftrag des Ministers für Nationale Verteidigung die Truppenfahne überreicht. Die Verleihungsurkunde war vom Ministerpräsidenten der DDR Otto Grotewohl unterzeichnet.  Erster Kommandeur der 11.MSD wurde Oberst Hermann Vogt. Er war seit 1953 Leiter der KVP - Bereitschaft Halle. Unsere Armee entstand und bewährte sich als Machtorgan  der Arbeiterklasse und ihrer Verbündeten, sicherte die revolutionären Errungenschaften und den sozialistischen Aufbau unseres Staates gegen alle äußeren Angriffe. Die DDR  kann für sich in Anspruch nehmen,dass ihre Streikräfte in den Jahren ihrer Existenz sich an keinerlei kriegerischen Handlungen beteiligt haben und  ihre Soldaten nicht zu  Kriegseinsätzen ins Ausland geschickt zu haben. >Die Völker der Welt haben deutsche Armeen ganz anders kennen gelernt.Die schlimmsten Kriege des letzten Jahrhundert  wurden vom deutschen Imperialismus bgonnen,barbarisch geführt und brachten den Völkern unendloses Leid, Tod, Elend und grenzenlose Zerstörung. Heute marschiert die  Bundeswehr wieder mit, wenn es um Kriege zur Durchsetzung der ökonomischen und politischen Interessen der mächtigen der westlichen Welt geht. Diesbezüglich befindet sich  die  Bundeswehr leider in den verhängnisvollen Traditionen vergangener deutscher Armeen. Erstmalig in der deutschen Militärgeschichte gab es hingegen von 1956 bis 1990 mit  der NVA eine deutsche Armee, auf die Völker mit Vertrauen blicken konnten. Sie hat unbestreitbar auch ihren Anteil daran, dass es eine über 50 jährige Friedensperiode in  Europa gab.<(1). Die DDR existierte 41 Jahre und hatte zu Recht zu ihren Schutz bewaffnete Kräfte geschaffen, denen ich 33 Jahre von 1957 bis 1990 angehörte. Ich begann  meinen Dienst in der NVA als Soldat und Panzerschütze und beendete ihn als Oberst und StCCPV MBIII.  Historisch gesehen sind 33 Jahre eine kurze Zeitperiode. Für mich, für  meine Entwicklung eine bedeutende Zeit. Nach dem Abschluss der Lehre arbeitete ich als Schlosser.Mein Wusch war es an der Arbeiter -und Bauernfakultät zu studieren um  danach an der Fachschule ein Ingenieurstudium auf zunehmen. Meine Bewerbung wurde akzeptiert. Die FDJ-Leitung stellte mir die Frage, wie stehst du Jugendfreund zu  Ehrendienst in der NVA? Nach einigen Überlegungen und Bauchschmerzen stimmte ich zu und begann mit dem erreichen des 18. Lebensjahres meinen Ehrendienst im PR - 15  der 7.PD.Das daraus 33Jahre werden sollten, war zu diesm Zeitpunkt nicht abzusehen. Wenn ich heute zurückschaue auf meinen Dienst und deren Verlauf, ob in den TT/E der  7.PD oder nachdem Abschluss der Militärakademie in den TT/E der 11.MSD,so kann darauf verweisen, dass ich in den verschiedensten Dienststellungen von der Kompanie, dem  Bataillon, dem Regiment, der Division aber auch auf der Kommandohöhe des Militärbezirkes jeweils Vorgesetzte hatte, Kommandeure,Chefs und Leiter die stehts zur Erfüllung  der gestellten Aufgaben den AA/ZB im Blickpunkt ihrer Entscheidungen hatten. Von 1974 bis 1986 versah ich meinen Dienst in der 11.MSD,davon 8 Jahre als STKLPLA. Es  waren die anspruchvollsten und erfolgreichsten Jahre meiner Dienstzeit. Eine besondere Herausforderung für alle AA/ZB der Division war die Überprüfung der  Gefechtsbereitschaft 1986 durch das Oberkommando der Vereinten Streitkräfte des Warschauer - Vertrages. Unser Verband, alle TT/E erhielten bestätigt durch den  Oberkommandierenden Marschall der Sowjetunion Kulikow die Einschätzung “Gefechtsbereit” und in der politischen - und Gefechtsausbildung die Noten Gut und Sehr Gut. Seit  der Aufstellung am 22.Oktober 1956 hat sich die 11.MSD zu einem gut ausgebildeten und gefechtsbereiten Verband der Landstreitkräfte der NVA entwickelt. Die hohe  Einsatzbereitschaft der AA/ZB der Division zur Erfüllung des Fahneneides wurde mit hohen staatlichen Auszeichnungen gewürdigt. Die 11.MSD konnte 1974 den Vaterländischen  Verdienstorden in Gold und 1986 den Karl Marx Orden mit den Fahnenschleifen an die Truppenfahne heften. Heute sind über 25 jahre vergangen, nachdem am 2.Oktober 1990  die letzten Appelle in den Kommandos, Stäben und Truppenteilen durchgeführt, die  Truppenfahnen gesenkt, eingerollt und verpackt wurden. Trotz aller Probleme,  Unsicherheiten und Sorgen im Dienstverlauf und um die eigene Zukunft haben wir als Armeeangehörige unseren Klassenauftrag bis zuletzt erfüllt. Als Armee des Volkes und des  Friedens haben wir gewirkt und als solche haben wir unsere Existenz beendet. Am 2.Oktober 1990 verabschiedete sich die Nationale Volksarmee aus ihrer 34-jährigen  Geschichte. Mit dem heutigen Tag vollendet sich die Artikelserie der “Interessengemeinschaft 11.MSD” unter dem Motto “60 Jahre Gründung der NVA - Erinnerungen und Episoden". Den  Initiatoren OSL a.D. Siegfried Kunze und Major a.D. Thomas Engelhardt sowie allen Genossen, ehemalige Angehörige unserer 11.MSD die als Zeitzeugen mit eigenen  Erlebnissen und Eindrücken ihren Beitrag und den ihrer TT/E lebendig schilderten, gehört  unserer Dank, Respekt und die Anerkennung, einen gelungenen Beitrag zum 60.JT  der Gründung der NVA geleistet zu haben. OSL a.D. Gerold Möller hat Beiträge der Folge sowie zur Traditionsarbeit der IG -11 und der RG - Halle  zur Veröffentlichung auf der  Zentralen Festveranstaltung aus Anlass des 60.JT der Gründung der NVA vorbereitet. Danke Gerold.   
Quellen: (1) GL M. Volland, Wir über uns,               Berlin 2012, S.8,9  W.Kopenhagen, D